„Die Fotografin“ – von Petra Durst-Benning

(Quelle: Amazon )

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag;
Auflage: Originalausgabe (10. September 2018)
ISBN-10: 3764506628
ISBN-13: 978-3764506629
Preis: 20,00€

Gegen alle Widerstände wird Mimi Reventlow Fotografin, und findet nicht nur ihre Freiheit, sondern auch die Liebe … Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …(Quelle: Amazon )

Das Buch „Die Fotografin“ von Petra Durst – Benning ist der Auftakt der Fotografinnen Saga um die junge Mimi Reventlow, die als 26-jährige Frau nach einem Heiratsantrag beschließt, sich ihren Traum zu erfüllen und Wanderfotografin zu werden. Heute wird es den Beruf wohl nicht mehr geben, damals war er hochangesehen – aber nicht, wenn der Fotograf eine Frau ist. Mimi entflieht der Tradition der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts, in der sie in der Küche den Herd hüten dürfen, einen Haufen Kinder bekommen und nur das tun dürfen, was der Ehemann für richtig hält. Zum Glück dufte sie ihr Abitur machen und eine Ausbildung zur Fotografin, selbst das war für Frauen zu jener Zeit die Ausnahme. Sie reist umher, versucht, sich bei Kollegen in Ateliers einzumieten und so Geld zu verdienen, bis sie ihr Weg nach einem besorgtem Brief der Mutter nach Laichingen in die Schwäbische Alb führt zu ihrem Onkel Joseph – einst ein Wanderfotograf und Mimi´s großes Vorbild. Dieser ist krank und Mimi beschließt ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier weiter zu führen. In Laichingen stößt die junge Frau nicht wirklich auf Sympathie. Dort herrschen strenge Traditionen und fast alle Bewohner arbeiten als Weber oder Näherin für den Webereibesitzer Gehringer. Für Träumereien und die Verwirklichung von Träumen hat in Laichingen keiner Zeit – und auch kein Geld. Alle sind abhängig von der Leinenweberei und so stößt Mimi immer wieder auf Widerstand. Wie kann es auch sein, dass eine Frau nicht weiß, wie man kocht, putzt, wäscht und einen Haushalt führt? Aufmüpfig ist Mimi in den Augen der Dorfbewohner auch noch, wagt sie es doch, dem Fabrikanten Gehringer parole zu bieten. So hat sie es schwer, in der Stadt Fuß zu fassen und von den Bewohnern akzeptiert zu werden. Doch bei einigen Bewohnern, besonders der Jugend, findet ein Umdenken statt und sie träumen davon, wie Mimi frei zu sein von Zwängen und Traditionen und ihren Leidenschaften und Talenten nachzugehen. Dann tritt auch noch ein Mann in Mimis Leben, von dem sie dachte, ihn nie wieder zu sehen….. Auf über 400 Seiten schafft es die Autorin, den Leser in die Welt von Mimi zu entführen. Man geht mit ihr auf die Reise ihres Lebens und spürt, welche Wandlung sie mitmacht. Zuerst noch etwas unsicher, ob es wirklich das richtige ist, was sie tut, dann aber selbstsicher und mit beiden Beinen fest im Leben stehend, die Freiheit und Unabhängigkeit genießend und sich dennoch der Pflicht bewusst sein, ihren Traum einige Zeit ruhen zu lassen, um ihren Onkel Joseph zu pflegen. Ich fand das Buch einfach mitreißend und brauchte genau 24 Stunden von der ersten bis zur letzten Seite. Das habe ich nur bei wenigen Büchern geschafft und ich fiebere schon jetzt der Fortsetzung entgegen. Die Charaktere im Buch sind sehr authentisch beschrieben und realistisch in ihrem Tun und Handeln dargestellt. Natürlich kann man nicht jedem Charakter Sympathie entgegen bringen – wie dem Gehringer zum Beispiel –aber das ist ja auch gar nicht gewollt. Das Buch ist in einzelne Kapitel eingeteilt und die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, wobei natürlich die meisten Kapitel aus Mimi´s Sicht geschrieben sind. Man kann der Handlung mühelos folgen obwohl diese nicht in unserer Zeit spielt. Der Schreibstil der Autorin ist weder verschnörkelt noch wird drum herum geschrieben, der Leser kann sich einfach fallen lassen und in die Geschichte eintauchen ohne dass er einen Satz zweimal lesen muss, weil er ihn nicht verstanden hat. Schon nach wenigen Seiten ist man in der Geschichte gefangen und die Autorin versteht es geschickt, dem Leser eine Spannung im Buch zu bieten, dass dieser einfach nicht aufhören kann zu lesen. Bei mir ist es ihr jedenfalls geglückt. Auch merkt man bei Lesen, dass die Autorin akribisch recherchiert hat für das Buch. So wird im Nachwort erklärt, dass es einen biografischen Hintergrund gibt für das Buch. Die Abgebildeten Fotografien fand ich sehr passend im Buch und waren neben dem tollen Einband für mich das i-Tüpfelchen. Ganz klar ist dieses Buch bis jetzt mein Lese Highlite 2019 und ich freue mich schon sehr auf weitere Bände dieser Saga.

2 Gedanken zu “„Die Fotografin“ – von Petra Durst-Benning

  1. Dann hoffe ich, dass Du den 2. Band gemeinsam mit Petra Durst-Benning und einigen anderen Teilnehmern bei Literaturschock.de lesen wirst 🙂

    LG Babsi

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