[Rezension] „Opakalypse“ von Ingo Bartsch

Bildquelle: Amazon

Ein bitterböser, tod(!)komischer und zugleich nachdenklicher Roman über die Missstände in der Altenpflege, soziale Ungerechtigkeit und den medizinischen Nutzen von Marihuana.

Jules Wicküler hat ein Problem: Dem Endzwanziger aus reichem Elternhaus wird der Geldhahn zugedreht – er braucht einen Job. In seiner Not bewirbt er sich bei einer Zeitarbeitsfirma, die ihn als Pflegehelfer an das Altenheim Haus Nikolaus vermittelt. Dort erwarten ihn Demenz, Körperausscheidungen, Stress, eine fiese Oberschwester und jede Menge Pflegemissstände. Nach anfänglichem Fluchtimpuls entwickelt Jules bald den Ehrgeiz, den alten Menschen im häufig urkomischen, doch leider viel zu oft auch furchtbaren Heimalltag zur Seite zu stehen. »Wenn man klug ist, und so klug wird hier zwangsläufig jeder, zieht man den Bewohnern nichts an, was zugeknöpft werden muss. Jeder Knopf, egal, ob zu- oder aufgeknöpft, ist Zeitverschwendung. Weite T-Shirts und Jogginghosen sind erste Wahl.«

„Opakalypse“ von Ingo Bartsch ist ein Roman, der sehr humorvoll geschrieben ist, aber eigentlich einen ernsten Hintergrund hat. Es geht in dem Buch um die Zustände in deutschen Altenheimen. Auf über 350 Seiten taucht der Leser in die Geschichte des jungen Jules Wicküler ein. Dieser lebt vom Geld seines Vaters, der ihm monatlich einen beträchtlichen Betrag überweist. Da sein Vater aber genug vom Lotterleben seines Sohnes hat, dreht er ihm eines Tages kurzerhand den Geldhahn zu und Jules muss zusehen, wie er ohne diese Finanzspritze über die Runden kommt. Auch seine Freundin, auf deren Kosten Jules ebenso lebt, hat genug von seiner Faulheit und drängt ihn, sich endlich einen Job zu suchen. In seiner Not bewirbt sich Jules bei einer Zeitarbeitsfirma und kurz daruf findet er sich an seinem ersten Arbeitsplatz in einem Altenheim inmitten sabbernder, sich einkotender und dementen pflegebedürftigen alten Menschen wieder.

Dort wird ihm dann auch noch das Leben durch eine unmögliche Vorgesetzte und Kollegen schwer gemacht, die schon lange betriebsblind sind und im System des Notstandes der Pflegesystems mit schwimmen ohne etwas ändern zu wollen. Nach dem ersten Arbeitstag beschließt Jules, dass dies auch sein letzter Tag im Altenpflegeheim „Nikolaus“ gewesen ist und er will nie mehr dahin zurück kehren. Doch alles kommt anders und so geht Jules Tag für Tag wieder hin und kümmert sich um seine alten Bewohner so gut er als ungelernte Pflegehilfskraft kann und so gut es das System zulässt. Dabei greift er auch zu unerlaubten Mitteln, aber wo kein Kläger da kein Richter oder wie man hier auch sagen könnte: Der Zweck heiligt die Mittel. Und wenn es sich bei den unerlaubten Mitteln um Haschkekse handelt damit Herr Praxl und sein Zimmergenosse endlich mal  gut schlafen können, na dann ist es eben so…….

Das Buch „Opakalypse“ ist ein Roman, der einem beim Lesen die Tränen in die Augen treiben kann. Zum einen aufgrund der echt gewitzten Schreibweise des Autors, der die Dinge beim Namen nennt und nichts schön schreibt, egal, ob es sich um Ausscheidungen oder andere menschliche Sekrete handelt und zum anderen weil er, wenn auch etwas überspitzt, die Zustände in den meisten Pflegeheimen beschreibt, die es aufgrund des jahrelang herrschenden Personalmangels gibt….und eine Lösung ist bis jetzt nicht in Sicht. Wenn unsere Politik hier nicht endlich aufwacht und das System der Gesundheitspolitik sich nicht grundlegend ändert, sehe ich schwarz für alle alten Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind. Dabei ist es egal, ob man sich einen ambulanten Pflegedienst für die Häuslichkeit sucht  oder in ein Altenpflegeheim geht. Da möchte man schon gar nicht mehr alt werden.

Da ich selbst Altenpflegerin bin ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Fachkraft ein Austauschpraktikum in einem Pflegeheim absolvieren musste, konnte ich mich gut in den Hauptprotagonisten Jules hinein versetzen und muss leider auch sagen, dass vieles, was im Buch beschrieben wird, traurige Wahrheit ist. Ein Pflegeheim ist ein wirtschaftliches Unternehmen und damit auf Profit aus. Und wo lässt sich am ehesten sparen? Entweder am Personal oder an so alltäglichen Dingen wie Mahlzeiten oder zugeteiltes Inkontinenzmaterial. Eine Schande, bedenkt man, dass die Generation Mensch, die jetzt teilweise in Pflegeheimen dahinvegetiert – anders kann man es manchmal nicht mehr nennen – unser Land aufgebaut hat und wir ihnen eigentlich zutiefst dankbar sein sollten statt ihre Würde jeden Tag aufs neue mit Füßen zu treten. Aber ich schweife ab…….

Mir hat das Buch sehr gefallen und ich hatte es in wenigen Tagen durchgelesen. Die Geschichte ist trotz der Tragik, die eigentlich dahinter steckt, echt humorvoll geschrieben und ich musste sehr oft schmunzeln. Dennoch kamen mir so einige Szenen aus dem Real Life bekannt vor und bei denen war mir dann eher zum weinen zumute, weil man feststellen musste, dass die Würde des Menschen oft an der Eingangstür einer solchen Einrichtung endet. Leider „durfte“ ich sowas selbst im Rahmen meiner Ausbildung erfahren und wenn dich dann eine alte Frau traurig anschaut und auf deine Frage, ob du ihr noch etwas gutes tun kannst, mit den Worten antwortet: „Ja, bitte erschlage mich“, dann ist der Tag für dich gelaufen. Mir war jedenfalls nach dem Austauschpraktikum im Pflegeheim klar, dass ich niemals in einer stationären Einrichtung arbeiten kann und das ist bis heute auch so geblieben. Ambulant hat man doch mehr Einfluss und vor allem mehr Zeit für seine Patienten. Da muss ich nicht 3 Personen gleichzeitig das Essen reichen…..nein, falscher Ausdruck……3 Personen wie einer Mastgans das Essen in den Mund stopfen.

Wenngleich Jules als Hauptprotagonist in seinem Handeln auch oft überspitzt agiert und reagiert und vieles in der Realität nicht ohne Konsequenz denkbar wäre, so fand ich ihn dennoch sehr sympathisch allein schon ob der Tatsache, dass ihm „Seine“ Bewohner eben nicht egal sind und er versucht, es ihnen so angenehm wie möglich zu gestalten, während seine Kollegen schon lange kapituliert haben und ihnen Respekt und Würde vor dem Alter abhanden gekommen ist. Auch hier spiegelt sich sehr gut die Realität wieder.  Mache ich den Job nur des Geldes wegen oder weil er für mich Berufung ist? Eine Frage, die man sich nach dem Lesen des Buches in einer ruhigen Minute stellen sollte, gerade, wenn man in der Branche arbeitet.

Jules Freunde und auch seine Freundin Nadja reagieren im Buch genauso, wie man es auch aus dem Leben kennt. Der Beruf des Altenpflegers wird immer noch reduziert auf „Arschabwischer“.  So deutlich muss man es einmal sagen. Schade, denn der Beruf ist so viel mehr.

Für mich ist das Buch eine gelungene Mischung aus heiterem, gewitzten Roman, der den Leser gut unterhält und dem Aufzeigen der mittlerweile katastrophalen Lage in deutschen Pflegeheimen. Ingo Bartsch verdient hier echt meinen Respekt und ich kann dem Buch nur eine klare Leseempfehlung geben.

Vielen Dank an Netgalley und den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Mittendrin Mittwoch 24.04.2019

Diese Aktion habe ich bei Babsi auf ihrem Blog Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie entdeckt und möchte mich gerne an dieser Aktion beteiligen.

Ursprünglich wurde sie von ellizy91 von READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.

Es geht bei dieser Aktion um Zeilen oder kleine Abschnitte aus dem Buch/ den Büchern, in denen man gerade liest.

Dieses Buch habe ich schon einmal vor Jahren gelesen. Es gibt aus dieser Reihe mittlerweile 6 Bände und ich habe auch alle davon im Regal stehen. Da es aber schon so lang her ist, seit ich Band 1 und Band 2 gelesen habe, begann ich mit dieser Reihe einfach nochmal von vorn. Eigentlich lese ich Bücher ja nie ein zweites mal, hier stört es mich aber gar nicht.

(Quelle: Amazon)

„Außerdem ist er vermutlich weder charmant noch sozial besonders kompetent, wie es hier im Profil steht. Es wäre viel einfacher, eine Frau von der Straße zu entführen oder sie mit Charme in einen Wagen zu locken, wie Ted Bundy es getan hat, aber unser Täter tut das nicht. Er macht seine Opfer in ihrem eigenen Haus bewegungsunfähig, ohne dass es zur geringsten Konfrontation kommt, was viel Vorsicht und Planung erfordert. Außerdem soll der Killer ein Psychopath sein, aber das stimmt nicht. Er hasst sich für das, was er tut. Aber aus irgendeinem Grund kann er nicht damit aufhören.

Ethan Cross „Ich bin die Angst“ Seite 125/554

In welchem Buch lest ihr gerade und wie sehen eure nächsten Zeilen aus?

„Die Fotografin“ – von Petra Durst-Benning

(Quelle: Amazon )

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag;
Auflage: Originalausgabe (10. September 2018)
ISBN-10: 3764506628
ISBN-13: 978-3764506629
Preis: 20,00€

Gegen alle Widerstände wird Mimi Reventlow Fotografin, und findet nicht nur ihre Freiheit, sondern auch die Liebe … Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahr gemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Fotografien Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höher schlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …(Quelle: Amazon )

Das Buch „Die Fotografin“ von Petra Durst – Benning ist der Auftakt der Fotografinnen Saga um die junge Mimi Reventlow, die als 26-jährige Frau nach einem Heiratsantrag beschließt, sich ihren Traum zu erfüllen und Wanderfotografin zu werden. Heute wird es den Beruf wohl nicht mehr geben, damals war er hochangesehen – aber nicht, wenn der Fotograf eine Frau ist. Mimi entflieht der Tradition der Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts, in der sie in der Küche den Herd hüten dürfen, einen Haufen Kinder bekommen und nur das tun dürfen, was der Ehemann für richtig hält. Zum Glück dufte sie ihr Abitur machen und eine Ausbildung zur Fotografin, selbst das war für Frauen zu jener Zeit die Ausnahme. Sie reist umher, versucht, sich bei Kollegen in Ateliers einzumieten und so Geld zu verdienen, bis sie ihr Weg nach einem besorgtem Brief der Mutter nach Laichingen in die Schwäbische Alb führt zu ihrem Onkel Joseph – einst ein Wanderfotograf und Mimi´s großes Vorbild. Dieser ist krank und Mimi beschließt ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier weiter zu führen. In Laichingen stößt die junge Frau nicht wirklich auf Sympathie. Dort herrschen strenge Traditionen und fast alle Bewohner arbeiten als Weber oder Näherin für den Webereibesitzer Gehringer. Für Träumereien und die Verwirklichung von Träumen hat in Laichingen keiner Zeit – und auch kein Geld. Alle sind abhängig von der Leinenweberei und so stößt Mimi immer wieder auf Widerstand. Wie kann es auch sein, dass eine Frau nicht weiß, wie man kocht, putzt, wäscht und einen Haushalt führt? Aufmüpfig ist Mimi in den Augen der Dorfbewohner auch noch, wagt sie es doch, dem Fabrikanten Gehringer parole zu bieten. So hat sie es schwer, in der Stadt Fuß zu fassen und von den Bewohnern akzeptiert zu werden. Doch bei einigen Bewohnern, besonders der Jugend, findet ein Umdenken statt und sie träumen davon, wie Mimi frei zu sein von Zwängen und Traditionen und ihren Leidenschaften und Talenten nachzugehen. Dann tritt auch noch ein Mann in Mimis Leben, von dem sie dachte, ihn nie wieder zu sehen….. Auf über 400 Seiten schafft es die Autorin, den Leser in die Welt von Mimi zu entführen. Man geht mit ihr auf die Reise ihres Lebens und spürt, welche Wandlung sie mitmacht. Zuerst noch etwas unsicher, ob es wirklich das richtige ist, was sie tut, dann aber selbstsicher und mit beiden Beinen fest im Leben stehend, die Freiheit und Unabhängigkeit genießend und sich dennoch der Pflicht bewusst sein, ihren Traum einige Zeit ruhen zu lassen, um ihren Onkel Joseph zu pflegen. Ich fand das Buch einfach mitreißend und brauchte genau 24 Stunden von der ersten bis zur letzten Seite. Das habe ich nur bei wenigen Büchern geschafft und ich fiebere schon jetzt der Fortsetzung entgegen. Die Charaktere im Buch sind sehr authentisch beschrieben und realistisch in ihrem Tun und Handeln dargestellt. Natürlich kann man nicht jedem Charakter Sympathie entgegen bringen – wie dem Gehringer zum Beispiel –aber das ist ja auch gar nicht gewollt. Das Buch ist in einzelne Kapitel eingeteilt und die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, wobei natürlich die meisten Kapitel aus Mimi´s Sicht geschrieben sind. Man kann der Handlung mühelos folgen obwohl diese nicht in unserer Zeit spielt. Der Schreibstil der Autorin ist weder verschnörkelt noch wird drum herum geschrieben, der Leser kann sich einfach fallen lassen und in die Geschichte eintauchen ohne dass er einen Satz zweimal lesen muss, weil er ihn nicht verstanden hat. Schon nach wenigen Seiten ist man in der Geschichte gefangen und die Autorin versteht es geschickt, dem Leser eine Spannung im Buch zu bieten, dass dieser einfach nicht aufhören kann zu lesen. Bei mir ist es ihr jedenfalls geglückt. Auch merkt man bei Lesen, dass die Autorin akribisch recherchiert hat für das Buch. So wird im Nachwort erklärt, dass es einen biografischen Hintergrund gibt für das Buch. Die Abgebildeten Fotografien fand ich sehr passend im Buch und waren neben dem tollen Einband für mich das i-Tüpfelchen. Ganz klar ist dieses Buch bis jetzt mein Lese Highlite 2019 und ich freue mich schon sehr auf weitere Bände dieser Saga.

„Rachewinter“ – von Andreas Gruber

(Quelle:Amazon)

Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: GoldmannVerlag
 ISBN-10: 3442486556
ISBN-13: 978-3442486557
Preis: 9,99€ 

Mehrere Männer im besten Alter, erfolgreich und vermögend, werden grausam ermordet – und obwohl sie in verschiedenen Städten lebten, haben sich alle kurz vor ihrem Tod mit einer geheimnisvollen dunkelhaarigen Frau getroffen. Doch diese bleibt ein Phantom. Das müssen auch Kommissar Walter Pulaski in Leipzig und Anwältin Evelyn Meyers in Wien feststellen, die beide in die Fälle verwickelt werden. Anders als die Polizei lassen sie sich jedoch nicht entmutigen, erst recht nicht, als sie erkennen, dass sie die Mordserie nur gemeinsam lösen können. Allerdings ist der Täter raffinierter, als sie denken – und spielt auch mit ihnen sein gefährliches Spiel …(Quelle: Amazon)

„Rachewinter“ von Andreas Gruber- Walter Pulaski ermittelt wieder. Wie all seine Bücher, die ich bis jetzt lesen durfte, hat mich auch dieses wieder gefesselt. Die Vorgängerbände habe ich ebenso verschlungen, man kann die Bücher aber gut unabhängig voneinander lesen. Möchte man an der Entwicklung von Walter Pulaski bzw. Evelyn Meyer teilnehmen, tut man allerdings gut daran, erst die beiden Vorgängerbände „Rachesommer“ und „Racheherbst“ zu lesen. Auch hier ist Spannung garantiert. Der Plot ist wieder fesselnd und besteht zu Beginn des Buches aus 2 Handlungssträngen, wobei der Leser erst einmal das Gefühl vermittelt bekommt, dass diese 2 Handlungen gar nichts miteinander zu tun haben. Im Laufe des Buches wird man aber eines besseren belehrt. In Leipzig wird der Vater der Schulfreundin von Pulaskis Tochter in einem Hotel tot aufgefunden. Für die Polizei ist die Sache schnell klar und der Fall als Unfall abgeschlossen. Pulaski, dessen Tochter Nina und auch die Tochter des Toten glauben aber nicht, dass es sich hier um einen natürlichen Tod handelt und beginnen selbst zu ermitteln. Anwältin Evelyn Meyers verteidigt in Wien einen Mann namens Michael Kotten, der seinen Liebhaber ermordet haben soll. Es spricht alles gegen den Angeklagten, dennoch übernimmt Meyers den Fall und bringt dabei sich und auch ihren Mitarbeiter Florian in Gefahr. Beide Handlungen vereinen sich im Laufe des Buches zu einem Handlungsstrang und Pulsaki und Meyer müssen feststellen, dass ihre Fälle wieder einmal mehr gemeinsam haben als ihnen lieb ist. Dies kennen sie aber schon aus vorherigen Fällen und da sich beide gut verstehen, klappt auch diesmal die gemeinsame Ermittlung. Wer schon Bücher von Andreas Gruber gelesen hat, weiß, dass man Spannung von der ersten bis zur letzten Seite erwarten kann. Auch bei diesem Buch wird man nicht enttäuscht und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Abwechselnd liest man kapitelweise entweder über die Geschehnisse rund um Walter Pulaski oder man wird nach Wien zu Evelyn Meyer entführt. Wie man von Andreas Gruber gewohnt ist, enden einige Kapitel mit einem Cliffhanger, was die Spannung natürlich noch weiter steigert und man als Leser gar nicht anders kann als einfach weiter zu lesen. Die Charaktere sind, wie sollte es auch anders sein, authentisch dargestellt und sehr interessant gestaltet, allen voran natürlich Walter Pulaski mit seiner direkten Art, die Dinge beim Namen zu nennen, was ihm nicht immer Sympathiepunkte bei seinen Mitmenschen beschert. Andreas Gruber schafft es in diesem Buch auch, das Thema Transgender, geschickt zu verpacken. Mir hat das Buch sehr gefallen und ich erhoffe mir noch einige weitere Bände, zumindest ein „Rachefrühling“ würde ja noch fehlen, um die Jahreszeiten komplett zu halten.

Mittendrin Mittwoch 30.01.2019

Diese Aktion habe ich bei Babsi auf ihrem Blog Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie entdeckt und möchte mich gerne an dieser Aktion beteiligen.

Ursprünglich wurde sie von ellizy91 von  READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.

Es geht bei dieser Aktion um Zeilen oder kleine Abschnitte aus dem Buch/ den Büchern, in denen man gerade liest.

Auf dieses Buch bin ich durch Zufall gestoßen und nach der Leseprobe musste ich es unbedingt auf den Reader laden und weiter lesen. Es ist unglaublich interessant und wenn ich mir vorstelle, dass dies keine fiktiven Geschichten, sondern zu damaliger Zeit die bittere Realität war, bekommt man einfach nur Gänsehaut und ich bin froh, im Hier und Jetzt zu leben mit einem anständigen Gesundheitssystem. Damals war es ja die Entscheidung für Pest oder Cholera, wenn man in ein Krankenhaus musste und die meisten haben es mit den Füßen voran verlassen.

Quelle: Amazon

Einige Monate später erkrankte einer von Erichsens stationären Patienten an Hospital-Gangrän. Die Gangrän, wortwörtlich übersetzt “ das Wegfressende“ war die ansteckendste und brutalste unter den „Großen Vier“ der Krankenhausinfektionen. Manche Ärzte bezeichneten sie auch als malignes oder phagedänisches Geschwür. Der schottische Chirurg John Bell schilderte die Schrecken der Fäulniskrankheit, nachdem zahlreiche seiner Patienten daran gestorben sind. „Im ersten Stadium schwillt die Wunde an, die Haut zieht sich zurück […] die zelluläre Membrane zerläuft zu stinkendem Schleim und das Bindegewebe tritt hervor.“ Die Wunde breitet sich im Verlauf der Krankheit aus, die Haut wird weggefressen, und Muskeln und Knochen kommen zum Vorschein. Der Patient erleidet einen septischen Schock und wird von heftiger Übelkeit und Durchfall gequält, weil der Körper versucht, Das Gift auszuscheiden. Die Schmerzen sind unerträglich, und nur die wenigsten fallen ins Delirium. Der Patient erlebt seine Qualen bei vollem Bewusstsein. Bell schrieb:“ Die Schreie der Leidenden sind des Nachts und bei Tage gleich; nach einer Woche sind sie entkräftet und sterben: und wenn sie noch leben, fressen sich die Geschwüre tiefer und lösen die Muskeln auf, zuletzt werden die großen Gefäße angegriffen und zersetzt, und sie verbluten.“

„Der Horror der frühen Medizin“ von Lindsey Fitzharris
ebook 27% von 100%

Was lest ihr gerade und wie sehen eure nächsten Zeilen aus?

Mittendrin Mittwoch 02.01.2019

Diese Aktion habe ich bei Babsi auf ihrem Blog Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie entdeckt und möchte mich gerne an dieser Aktion beteiligen.

Ursprünglich wurde sie von ellizy91 von READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.
Es geht bei dieser Aktion um Zeilen oder kleine Abschnitte aus dem Buch/ den Büchern, in denen man gerade liest.

Heute stelle ich euch ein Buch vor, welches schon lang bei mir im Regal liegt und ich endlich gestern mal begonnen habe zu lesen….


„Der Täter hat Schmutz ins Haus getragen. Sand aus dem Garten, außerdem Grasschnitt, der Rasen wurde wohl gerade erst gemäht. Allerdings nur bis in die Küche, dort hat er die Schuhe ausgezogen und ist auf Socken weiter gegangen. Er wird sich dem Haus vom rückwärtigen Grundstück genähert haben. Dort hinten ist es durch den Bewuchs und den kleinen Wald geschützt.“

Das Stichwort kam Priska wie gerufen. Sie steuerte geradewegs die hintere Tür an und trat auf die Terrasse des Einfamilienhauses hinaus.

„HOUSESITTER“ von Andreas Winkelmann
( Seite 36 von 491 )

 

 

Mittendrin Mittwoch 24.10.2018

Diese Aktion habe ich bei Babsi auf ihrem Blog Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie entdeckt und möchte mich gerne an dieser Aktion beteiligen.

Ursprünglich wurde sie von ellizy91 von  READ BOOKS AND FALL IN LOVE erstellt.

Es geht bei dieser Aktion um Zeilen oder kleine Abschnitte aus dem Buch/ den Büchern, in denen man gerade liest.

Auf dieses Buch habe ich schon sehnsüchtig gewartet. Die Reihe um Erik Donner ist absolut spannend und ich habe jedes der Bücher in wenigen Tagen verschlungen.


„Grundgütiger, was ist denn das für eine abartige Scheiße?“ „Fragen Sie nicht“, wies Donner ihn an.“Helfen Sie endlich der Frau. Sie sehen doch, dass sie gleich kollabiert.“ Wie auf Befehl zuckte der gefesselte Körper, von einem plötzlichen Anfall ergriffen. „Was haben Sie mit der gemacht?“, setzte einer der Assistenten nach und öffnete hastig den mitgeschleppten Sanikoffer. Abgesehen davon, dass ich ihr bei der Geburt eines Handys geholfen habe? „Ich habe gar nichts mit ihr gemacht. Ich bin Polizist.“ „Ja, klar. Auch Polizisten haben spezielle Vorlieben.“ „Nicht solche.“ “ Beruhigungsspritze“, wies der Notarzt an, nachdem er sich gefangen hatte. Bald darauf drang die Nadel in den Arm der Frau.

„Leid und letzter Tag“ von Elias Haller
Donner Reihe Band 6
Seite 47 von 392

In welchem Buch steckt ihr gerade und wie sehen eure nächsten Zeilen aus?

Gewinnerbekanntgabe Buchpaket „Frau Bodenschlampe“

Hallo Ihr Lieben,

mein Mann hat soeben die Glücksfee 🙂  gespielt und die 3 Gewinnerinnen  der Buchpakete von „Frau Bodenschlampe – Abnehmen ist nichts für Mädchen“ gezogen

Je ein signiertes Buch, 1 signiertes Lesezeichen und einen Schlüsselanhänger bekommen

 

BIANKA

BABSI

GABRIELE SCHMITZ

 

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Bitte schickt mir eure Adressen per Mail

( y.hantschel@online.de ), damit ich euch die Gewinne

zuschicken kann.

 

 

 

 

[Gewinnspiel] „Frau Bodenschlampe- Abnehmen ist nichts für Mädchen“

Ihr Lieben,

des öfteren habt ihr dieses tolle Cover schon in Blogbeiträgen bei mir auf dem Blog  gesehen.

Sei es bei der Buchvorstellung oder beim Mittendrin Mittwoch. Mittlerweile gibt es dieses tolle Buch auch überall zu kaufen, wo man Bücher eben kaufen kann. Auch eine Lesung zum Buch mit der lieben Bianca gab es schon( übrigens eine absolute Premiere!), davon berichte ich euch auch noch demnächst……denn ich war dabei.

Auf dieser Lesung hat mir Bianca für meinen Blog auch etwas überreicht, nämlich 3 ihrer brandneu gedruckten Bücher, 3 signierte Lesezeichen und 3 Schlüsselanhänger. DANKE BIANCA und natürlich auch ein großes DANKESCHÖN an den Verlag Schriftstella an dieser Stelle.

UND DAS ALLES KÖNNT IHR NUN GEWINNEN!

Ich verlose jeweils 3 Pakete, die je ein signiertes Buch, ein signiertes Lesezeichen und einen Schlüsselanhänger beinhalten!

Was müsst ihr dafür tun?

Schreibt mir einfach in einem Kommentar, wie Eure persönliche Beziehung zu „Frau Bodenschlampe“ ist und warum gerade ihr eines der 3 Pakete gewinnen möchtet und schon seid ihr im Lostopf!

 

Das Gewinnspiel endet am 20.10.2018 um  23.59 Uhr und die  Gewinner werden hier auf dem Blog am 21.10.2018 bekannt gegeben.

Ich drücke allen die Daumen!

 

 

 


Das Kleingedruckte!

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von mir organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Sollte der Gewinner sich im Gewinnfall nach Bekanntgabe innerhalb von 7 Tagen nicht bei mir melden, rückt ein neuer Gewinner nach und man hat keinen Anspruch mehr auf seinen Gewinn.

„Lost Souls“ – von Thomas Finn

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. April 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3426521768
ISBN-13: 978-3426521762
Preis: 9,99€

Die Archäologin Jessika Raapke ist eben erst mit ihrer Adoptivtochter Leonie nach Hameln gezogen, als man sie bittet, einen unheimlichen Vorfall in der alten Kirche zu untersuchen: Bei Bauarbeiten wurde ein verborgener Sarkophag beschädigt, kurz darauf tötet ein riesiger Rattenschwarm einen der Arbeiter. Jessika findet an dem Sarkophag, der vollkommen leer ist, eine halb zerstörte lateinische Bannschrift mit einem Hinweis auf den sagenumwobenen Rattenfänger. Während Jessika den historischen Hintergründen der Sage um den Rattenfänger von Hameln auf den Grund geht, ereignen sich überall in Hameln unheimliche Rattenübergriffe. Dann ist Leonie plötzlich verschwunden …( Quelle: Amazon)

 

Wer die Mischung zwischen Horror und Thriller liebt, kommt an DIESEM Autor nicht vorbei – Thomas Finn. Ich gebe zu, beim ersten Buch, welches ich von ihm gelesen habe, war ich noch ziemlich skeptisch, was mich da erwartet. Doch schon nach wenigen Seiten war ich gefesselt und seitdem komme ich an keinem Buch von ihm vorbei und daher musste ich natürlich auch sein neuestes Werk „Lost Souls“ lesen.

Schon das Cover allein würde mich in einer Buchhandlung verleiten, das Buch mal etwas genauer „unter die Lupe“ zu nehmen, ich finde es sehr gelungen mit dem riesen Schädel.

Der Titel des Buches ist treffend gewählt, als Leser weiß man hier aber nicht sofort, um was es geht, weil er so gar nicht zum Klappentext passt. Der besagt nämlich weniger, dass es um verlorene Seelen im Buch geht. Vielmehr um Ratten – viele Ratten. Mögt ihr Ratten? Ich nicht sonderlich und da gehöre ich wohl zur Mehrheit, denen es ebenso geht. Allerdings kennen die meisten die Sage vom „Rattenfänger von Hameln“, oder? Ich gestehe an dieser Stelle, ich habe sie nie gelesen (also VOR diesem Buch) und nur der Begriff an sich hat mir etwas gesagt. An dieser Stelle kann ich also zu Recht behaupten – Lesen bildet! Denn nun kenne ich diese Sage auch und ich schäme mich fast ein wenig, diese Bildungslücke vorher gehabt zu haben. Danke Thomas Finn!

Hauptprotagonisten im Buch „Lost Souls“ sind die Archäologin Jessika und ihre Adoptivtochter Leonie. Diese ziehen in ein von Leonie geerbtes altes Haus nach Hameln. Jessika wird im Rahmen ihres Berufes als Archäologin zu einem Vorfall in einer Kirche hinzugezogen. Ein verborgener Sarkopharg wurde gefunden. An diesem findet Jessika eine Schrift, die mit der Sage des „Rattenfängers von Hameln“ zu tun hat. Dem Fund des Sarkophages ging ein schlimmes Unglück voraus. Ein Bauarbeiter wurde in der Kirche von einem Schwarm Ratten getötet. Überhaupt scheint es in Hameln und Umgebung plötzlich sehr viele dieser Tiere zu geben und sie verhalten sich äußerst sonderbar. Während Jessika zusammen mit dem Schädlingsbekämpfer Peter herauszufinden versucht, was in und um Hameln mit den Ratten passiert, häufen sich die Schreckensmeldungen furchtbarer Unfälle – und immer waren Ratten präsent – viele Ratten. Dann verschwindet auch noch Leonie………..

Thomas Finn ist es in dem Buch hervorragend gelungen, die Sage des Rattenfängers in eine packende Geschichte einzuflechten. Aber nicht nur das. Der Leser bekommt neben einem spannenden Plot mal eben noch eine Auffrischung in deutscher Geschichte. Seine Recherchen zum Buch sind tiefgründig und korrekt, alle im Buch geschilderten historischen Fakten entsprechen der Wahrheit und sind nicht der Fantasie des Autors entsprungen. An dieser Stelle muss ich aber leider auch gleich meinen einzigen Kritikpunkt anbringen. Ich fand es an einigen Stellen einfach zu viel an Erklärungen und geschichtlichem Hintergrund. Dadurch wurde für mich die Spannung im Buch kurzfristig auf ein derart niedriges Level gebracht, welches es eigentlich nicht bedurft hätte. Einige Passagen habe ich deswegen mehr oder weniger überflogen und mich somit arrangiert. Trotzdem konnte ich das Buch einfach kaum aus der Hand legen. Der Grusel und auch oft der Ekel waren stets präsent in der Handlung. Ich mag Ratten jetzt noch weniger, obwohl sie ja eigentlich nicht wirklich eklig sind – eher sogar niedlich und vor allem intelligent.

Die Hauptprotagonisten fand ich durchweg sympathisch und authentisch dargestellt. Leonie war zwar ein wenig naiv in ihrem Handeln, aber das haben Teenager eigentlich so an sich. Möchten auf der einen Seite erwachsen sein und sind dennoch eher noch mehr Kind in ihrem Tun. Dass es eine Liebesbeziehung zwischen Peter und Jessika im Buch geben wird, war sehr schnell klar und überraschte mich nicht. Ich fand es wohldosiert gestaltet vom Autor und nur Grusel und kann es ja auch nicht geben. Ein wenig Luft holen war da ganz angenehm, zumal es nicht abgedroschen auf den Leser wirkte.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm und flüssig zu lesen. So muss ein gutes Buch geschrieben sein. Fesselnd und mit stetig steigendem Spannungsbogen, zieht die Geschichte den Leser in den Bann – oben genannten Kritikpunkt mal ausgenommen.

Ich fand das Buch wieder sehr spannend, den Plot absolut gelungen und freue mich schon auf ein neues Werk des Autors.